Dieser Artikel ist für Einsteiger:innen und Teams, die KI im Alltag nutzen wollen – ohne Vorwissen, aber mit Lust auf bessere Ergebnisse. Prompting ist im Kern gutes Briefing: Du sagst der KI, was du brauchst, für wen, in welcher Form und mit welchem Ton. Bereit? Los geht’s.
Was ist Prompting?
Prompting heißt: präzise Anweisungen geben, damit die KI gezielt antwortet oder handelt. Das kann kurz sein („Fasse diese Mail in 3 Punkten zusammen“) oder strukturiert mit Rolle, Ziel, Format und Qualitätskriterien.
Je klarer dein Briefing, desto weniger Nacharbeit.
Kurzes Beispiel
„Wie wird das Wetter morgen?“ ist ein Prompt. Genauso: „Schreibe eine Produktbeschreibung in 120–150 Wörtern, Ton sachlich, 3 Vorteile als Bullet Points, kein Jargon.“
Warum ist das wichtig?
Vage rein → vage raus. Klar rein → klar raus. Formuliere Zweck, Zielgruppe und Format in einem Satz – das allein hebt die Qualität spürbar.
Die 15 Schritte – kompakt und praxistauglich
- Ziel
Was soll am Ende vorliegen? Infotext, Liste, Entscheidungsvorlage, Social-Post. - Zielgruppe
Einsteiger, Profis, Kund:innen, Management? Ton & Tiefe danach ausrichten. - Ton & Stil
Formell, locker, inspirierend, nüchtern. Beispiel: „Locker, präzise, kurze Sätze.“ - Format
Struktur vorgeben: Überschrift → 3 Kernpunkte → Fazit. Alternativ: FAQ, Checkliste, Vergleich. - Kontext
Relevante Infos beilegen (Auszüge, Zahlen, Links). Ohne Kontext steigt das Raten. - Rolle
„Schreibe aus Sicht eines Produktmanagers/Datenschutz-Experten/Trainers.“ - Keywords
Wenn SEO wichtig ist: Keywords nennen, aber natürlich klingen lassen. - Länge
Wörter/Zeichen festlegen (z. B. 150 Wörter oder ≤120 Zeichen). - Beispiele (Few-Shot)
Ein Mini-Muster zeigen, das Stil & Aufbau vormacht. - Zusatzinhalte
Zahlen, Zitate, Analogien explizit anfordern. - Sprache & Lokalisierung
„Deutsch, DACH, Beispiele aus [Branche].“ - Formatierung
H2/H3, Bullet Points, Tabellen – konkret vorgeben. - Fehler vermeiden
„Kein Jargon, keine Spekulation; Unsicheres kennzeichnen.“ - Absatzlänge
Max. 4 Sätze pro Absatz. Bullet Points kurz halten. - Emotion & Haltung
„Sachlich-inspirierend, motivierend, lösungsorientiert.“
Neu 2025: Drei Power-Booster
RAG (Recherche anfordern)
Bitte die KI, nur auf bereitgestellte Auszüge zu antworten. Zitiere Abschnitte. Wenn Infos fehlen: „Unklar – weitere Quelle nötig.“
Multimodal
Screenshot anhängen und analysieren lassen: „5 Punkte, 2 Unsicherheiten, 1 Empfehlung.“
Self-Check
Die KI prüft sich selbst: „Nenne 3 mögliche Fehler/Behauptungen und korrigiere sie direkt darunter.“
Vorher/Nachher – mit Mini-Ergebnis
Vorher
„Schreib was zu KI-Tools.“
Nachher (Prompt)
„Erstelle für Einsteiger einen 300-Wörter-Überblick zu 3 KI-Tools. Für jedes Tool: 1 Satz Zweck, 3 Stärken, 1 typischer Fehler. Ton: sachlich, ohne Jargon. Format: Überschrift, 3 Steckbriefe, kurzes Fazit.“
Mini-Ergebnis (gekürzt)
Übersicht: Drei nützliche KI-Tools für den Alltag
Tool A – Zweck: Texte schneller erstellen. Stärken: spart Zeit; ordnet Gedanken; klare Struktur. Fehler: ohne Vorgaben zu allgemein.
Tool B – Zweck: Daten zusammenfassen. Stärken: gute Extraktion; knappe Bullet Points; exportierbar. Fehler: Tabellen können verzerrt werden.
Tool C – Zweck: Bilder erklären. Stärken: erkennt Diagramme; benennt
Unsicherheiten; praxisnahe Hinweise. Fehler: kleine Schrift wird übersehen.
Fazit: Mit klaren Zielen und kurzen Vorgaben steigen Qualität und Verlässlichkeit.
Vorlagen zum Kopieren
Universal
Rolle & Zielgruppe: Handle als [Rolle], schreibe für [Zielgruppe].
Ziel/Outcome: [Art des Outputs].
Format: [Struktur, Länge, Ton].
Kontext: [Daten/Auszüge/Links].
Kriterien: [Keywords, Verbote, Quellenpflicht].
Qualität: [Self-Check, Korrektur, Unsicherheiten kennzeichnen].
Blogpost
„Schreibe ca. 800 Wörter über KI im Arbeitsalltag. Ton: locker, verständlich. Zielgruppe: Einsteiger. Struktur: Einleitung, 3 Nutzenpunkte, 2 Risiken, Praxisbeispiele, Fazit. Kriterien: Keine Buzzwords; Beispiele aus DACH; max. 15 Wörter pro Bullet.“
Technik-Guide
„Erstelle einen 500-Wörter-Guide zum Anbinden eines Chatbots an eine API. Format: Schritte 1–5, minimaler Code, am Ende Checkliste. Kennzeichne typische Stolpersteine.“
Werbetext
„Verfasse einen 120–150-Wörter-Text für ein KI-Automatisierungstool. Fokus: Zeitersparnis, Effizienz, einfache Integration. Ende: klarer Call-to-Action.“
Häufige Fehler & Fixes
- Unklare Aufgabe → Ziel + Format dazuschreiben.
- Kein Kontext → Auszüge liefern oder RAG-Formulierung nutzen.
- Zu langatmig → Länge begrenzen, klare Struktur.
- Fakten ohne Quellen → Quellenpflicht einbauen; Unsicheres markieren lassen.
- Einmal und fertig → Besser iterieren: Entwurf → Nachschärfen → Final.
Mini-Checkliste
- Ziel & Zielgruppe definiert?
- Ton, Stil, Struktur klar?
- Kontext/Quellen vorhanden oder RAG gefordert?
- Länge & Kriterien gesetzt?
- Self-Check/Unsicherheiten vorgesehen?
Fazit
Prompting ist gutes Briefing. Mit Ziel, Format, Ton, Kontext und Self-Check bekommst du Ergebnisse, die sitzen – schnell und verlässlich.


Schreibe einen Kommentar