Barockes Reiterstandbild aus Bronze von unten gesehen, wie das Jan-Wellem-Denkmal auf dem Marktplatz in Düsseldorf

Jan Wellem: Wer er war, woran er starb und was von ihm blieb

von

in

Auf dem Marktplatz steht ein Mann aus Bronze auf einem Pferd. Die halbe Stadt läuft täglich daran vorbei, ohne ihn anzusehen. Dabei ist er der Grund, warum Düsseldorf eine Kunststadt wurde.

Johann Wilhelm von der Pfalz, geboren am 19. April 1658 in Düsseldorf, gestorben am 8. Juni 1716 in Düsseldorf. Die Düsseldorfer nannten ihn in ihrem niederfränkischen Dialekt Jan Wellem. Dabei ist es geblieben.

Wer er war

Er kam aus dem Haus Wittelsbach, aus der jüngeren Neuburger Linie. Ab 1679 war er Herzog von Jülich und Berg, ab 1690 Kurfürst von der Pfalz. Den Hubertusorden, heute vor allem als Jagdorden bekannt, hat er wiederbelebt.

Wichtiger für die Stadt war eine einfache Entscheidung. Düsseldorf blieb seine Residenz. Ein Kurfürst, der woanders wohnt, gibt sein Geld woanders aus. Er gab es hier aus.

Die Ehe mit einer Medici

1691 heiratete er Anna Maria Luisa de’ Medici, die Tochter des Großherzogs der Toskana. Getraut wurde in Florenz, er selbst war nicht dabei, ein Stellvertreter stand für ihn am Altar. Mit ihr kamen Geld, Kunstverstand und Verbindungen nach Italien. Zwei Söhne wurden geboren, beide starben am Tag ihrer Geburt. Erben hinterließ Jan Wellem keine.

Die Sammlung, die ihn berühmt machte

Er gründete die Düsseldorfer Gemäldegalerie. Sein Schwerpunkt war Rubens. Sein Hofmaler hieß Jan Frans van Douven. Adriaen van der Werff besuchte er 1696 in Rotterdam, holte ihn als Hofmaler nach Düsseldorf und erhob ihn 1703 in den Ritterstand. Van der Werff bezog hier ein Spitzengehalt. Von 1708 bis 1716 arbeitete auch Rachel Ruysch für ihn, eine der bekanntesten Stilllebenmalerinnen der Niederlande.

Diese Sammlung machte Düsseldorf zur Adresse für Kunst. Sie hängt heute in der Alten Pinakothek in München und bildet dort einen der Kernbestände. Die Bilder sind weg. Der Ruf ist geblieben.

Das Reiterstandbild

Gabriel Grupello, ein flämischer Bildhauer, fing 1703 damit an. 1711 stand das Standbild auf dem Marktplatz. Gegossen wurde die Bronze im Gießhaus, aus dem später das Theater am Marktplatz wurde. Das Denkmal gilt als eines der bedeutendsten Reiterstandbilder Deutschlands.

Grupello hatte mehr geplant, einen deutlich höheren Sockel mit Löwen. Die Modelle waren fertig. Gegossen wurden sie nie.

Woran er starb

Das ist die Frage, die am häufigsten gestellt wird. Die ehrliche Antwort ist unbequem. Eine gesicherte Todesursache ist nicht überliefert. Belegt sind das Datum und der Ort. 8. Juni 1716, Düsseldorf, die Stadt, in der er geboren wurde.

Sein Grab liegt in St. Andreas, ein paar Schritte vom Marktplatz entfernt. Der Sarkophag stammt von Grupello, demselben Bildhauer, der ihn zu Lebzeiten aufs Pferd gesetzt hatte.

Warum Jan Wellem

Der Name ist keine Verkleinerung und kein Kosename. So klingt Johann Wilhelm, wenn man ihn niederfränkisch ausspricht. Dass es dabei geblieben ist, sagt trotzdem etwas. Über keinen anderen Herrscher redet diese Stadt bis heute so, als hätte man ihn gekannt.

Zwanzig Fragen zu der Stadt, die er hinterlassen hat, stehen im Düsseldorf Quiz.

Wie die Stadt heute dasteht, in Zahlen: Düsseldorf heute führt zum Rheinpegel, zur Luft und zur Karte der Stadtteile.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert