Helau ist der Narrenruf im Düsseldorfer Karneval. Das Wort heißt so viel wie hoch oder hurra. Gerufen wird es meist dreimal: „Düsseldorf Helau, Helau, Helau“. Woher es kommt, weiß niemand genau. Es gibt mehrere Deutungen, belegt ist keine.
Vier Deutungen, keine Gewissheit
Eine der beliebtesten Theorien führt „Helau“ auf das alte Adverb „hellauf“ zurück, das so viel wie „hell auflachen“ bedeutet. In der ausgelassenen Stimmung des Karnevals könnte dieser Ursprung perfekt passen: Die Narren lachen hellauf, feiern die Freiheit und vertreiben die dunklen Wintertage mit ihrer Fröhlichkeit.
Am Niederrhein soll „Helau“ ursprünglich ein Hirtenruf gewesen sein – ein Zuruf über die Weide, der irgendwann von der Straße übernommen wurde. Auch das ist eine Vermutung, keine Urkunde.
Eine andere Theorie besagt, dass „Helau“ eine Abkürzung von „Hölle auf“ sei. In früheren Zeiten diente der Karneval dazu, böse Geister und den Winter zu vertreiben. Mit „Hölle auf“ könnten die Jecken also symbolisch die Geister zurück in die Unterwelt schicken, um Platz für den Frühling zu schaffen.
So schön diese Herleitung klingt: Die Kulturwissenschaft hat solche vorchristlichen Ursprungsdeutungen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verworfen. Sie stammen meist aus dem 19. Jahrhundert, als man Bräuche gern bis zu den Germanen zurückrechnete. Belegt ist davon nichts.
Darüber hinaus gibt es auch Verbindungen zum kirchlichen „Halleluja“, was das freudige Element des Karnevals betonen könnte. Doch trotz der vielen Theorien bleibt eines klar: „Helau“ ist in Düsseldorf weit mehr als nur ein Narrenruf – es ist ein Ausdruck purer Lebensfreude, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Helau oder Hellau?
Mit einem l. So führt es der Duden, als Karnevalsruf mit der Bedeutung hoch oder hurra. Mit zwei l steht es trotzdem oft da. Wer Helau schreibt, liegt richtig.
Helau oder Alaaf – die Grenze läuft mitten durch das Rheinland
Zwanzig Minuten mit der Bahn – und der Ruf wechselt. In Düsseldorf heißt es Helau, in Köln Alaaf. Dieselbe Grenze trennt auch Aachen, Bonn und Leverkusen von den Helau-Städten: Alaaf gilt vom Bergischen Land südlich der Wupper über den Selfkant bis in den Aachener Raum und südlich bis in die Nord- und Ahreifel. Helau dagegen ist in vielen Karnevalshochburgen zu Hause, von Düsseldorf über Mainz bis nach Franken.
Und hier wird es interessant: Für Alaaf gibt es Belege. Der früheste steht auf einem Bartmannskrug aus dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts, 1635 taucht die Wendung erstmals schriftlich auf; 1748 nennen Kölner Universitätsakten „Allaff Cöllen“ einen alten, allgemein verbreiteten Spruch. Für Helau existiert kein vergleichbarer datierter Nachweis. Der Ruf, den Düsseldorf jedes Jahr hunderttausendfach über die Kö schickt, hat keine Geburtsurkunde.
Wie sich das Düsseldorfer Platt vom Kölschen unterscheidet, steht unter Düsseldorfer Platt.
Wann in Düsseldorf Helau gerufen wird
Zum ersten Mal am 11. November um 11:11 Uhr, wenn der Hoppeditz auf dem Marktplatz aus seinem Senftopf steigt. Danach in jeder Sitzung, bei jedem Biwak, am Zugweg des Rosenmontagszugs – meist dreifach: „Düsseldorf Helau, Helau, Helau!“ Wer den Ruf hört und nicht mitmacht, fällt auf. Wann in dieser Session was ansteht, steht in der Übersicht der Karnevalstermine Düsseldorf 2027.
Ob als Erbe vergangener Zeiten oder als frischer Ruf der Moderne – „Helau“ ist untrennbar mit dem Düsseldorfer Karneval verbunden und bringt jedes Jahr aufs Neue die Stadt zum Strahlen.
- Die Stadt steht Kopf!4:08
- Hoppeditz3:30
- KONFETTIRÄHN4:08
- SCHNIPP SCHNAPP3:16
- ÄSCHERMEDDEWOCH4:15
Die Lieder im Player und alle weiteren Düsseldorfer Karnevalslieder stehen auf einer eigenen Seite.
Wann in dieser Session Helau gerufen wird, steht auf der Seite Karnevalstermine Düsseldorf. Alle Seiten mit Daten über Düsseldorf: Düsseldorf heute.







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